TSL 3: Die Finalisten stehen fest

Der letzte Akt steht bevor; die dritte Iteration der Team Liquid Star League geht in den Endspurt. Seit dem vergangenen Wochenende stehen die Finalisten nun endgültig fest. Schon vorher war klar, dass sich zwei Euopäer und ehemalige WC3-Profis im Endkampf begegnen würden. ThorZain, HasuObs, Kas und NaNiwa hießen die Streiter um die Meisterschaft, von denen bei zwei der Traum zu Siegen nach den Halbfinals ausgeträumt ist.

ThorZains „schlechtestes Matchup“?

  • 4prae.Thorzain vs.
    1Empire.Kas

Vor dem Match des Schweden gegen den Ukrainer munkelte man noch davon, dass TvT Thorzains schlechtestes Matchup sei und Kas, bekannt für sein gutes Terran vs. Terran, leichtes Spiel haben würde. Diese Aussagen muss man zweifllos revidieren. Kas spielte wieder gewohnt solide, machte aber einige dumme Fehler. So vergas er in mehreren Spielen Belagerungsmodus zu erforschen und handelte sich so einen schweren Positionsnachteil ein. Sein genereller Instinkt, wann und wie er anzugreifen hatte, zeigte sich in mehreren Situation, seinem Gegner schien er aber einfach nicht gewachsen gewesen zu sein.

In der Tat: Thorzain trumpfte mit einem unglaublich guten Game-Sense auf. Das TvT ist ein Schach-Match und er schien immer mehrere Züge vorausdenken zu können. Selten wurde er in einer schlechten Position erwischt und konnte seinerseits das unterlegene Stellungsspiel seines Kontrahenten ein ums andere Mal ausnutzen.

Dieses Best-of-7 bot beinahe alles, was man von einem TvT erwarten kann. Einem Novizen in Starcraft 2 würde ich zur Erklärung des Matchups diese gesamte Serie zeigen. Alle Faktoren, denen man nachsagt, im Mirror-Match entscheidend zu sein, ließen sich auch hier wunderbar beobachten. Upgrades, höhere Vision durch Lufthoheit und gute Positionierung; alles hatte einen enormen und klaren Einfluss auf den Verlauf der Spiele. Ein absolutes Must-Watch für alle Fans von kompetetivem Starcraft!

Eine traurige Demonstration von PvP

  • 1mouz.HasuObs vs.
    4dignitas.NaNiwa

Ich lasse mich ja gerne über das Protoss vs. Protoss aus. Aber diese Serie schien geradezu wie eine überspitzte Burleske aller Dinge, die in diesem Matchup zur Zeit falsch laufen. Die Art und Weise, wie NaNiwa dises Halbfinale gewann, lässt nicht nur in meinem Mund einen sehr unangenehmen Beigeschmack zurück.

Dabei schien alles so schön anzufangen: Im ersten Spiel sah man kein langgezogenes Makro-Game (im PvP sowieso unmöglich), aber zumindest ein Spiel ohne 4-Gate. In so einem Fall gewinnt der Spieler mit dem besseren Micro und vor allem den besseren Entscheidungen. NaNiwas 3-Gate-Blinkstalker + Chargelots zerschellten an HasuObs‘ Kolossen nach einem 3-Gate-Robo Build. Ein fataler Fehler, bei dem der Schwede seine Berserker mit einem Move-Befehl hinter die Armee des Deutschen schickte, hatte daran sicherlich auch großen Anteil. NaNiwa verließt standesgemäß ohne „gg“ das Spiel, eine Sitte, die ihm auch zu einem Rauswurf aus der EPS verholfen hat.

Danach fing das Elend an. NaNiwa schien eingesehen zu haben, dass sein limitierter Skill keine Chance hatte, einen Sieg in einem länger gezogenen Match zu ermöglichen und spielte fortan nur noch 4-Gate. Einzige Ausnahme blieb ein Cheese mit einem Proxy-Gate, was allerdings danach mit einem 4-Gate-Rush gefolgt wurde. HasuObs, wohlwissend, dass das 4-Gate ab dem nächsten Patch kein Problem mehr ist, verließ sich nicht auf Taktiken, die schon auf ihrem Weg zum Abstellgleis sind und zeigte eine reiche Variation verschiedener Build-Order, mit deren Hilfe er sich einen Sieg versprach.

NaNiwas geradezu penetrantes 4-Gating war dennoch mächtiger. Ein Vergleich des Micros, das beide dabei an den Tag legten, zeigt aber mehr als eindeutig, dass HasuObs einen Sieg in dem Bo7 verdient hätte. Sein Fehler war, sich nicht auf das niedrige Niveau des MLG-Gewinner herab zu lassen. Eine absolut lame und schrecklich zu beobachtende Serie fand nach dem letzten 4-Gate (was von den Kommentatoren wie bei allen malen davor mit brausenden Lobeshymnen bedacht wurde) ihr unrühmliches Ende. Immerhin konnte HasuObs am Ende nochmal seinen Sportsgeist zeigen, als er dem Schweden zu seinem mehr als unverdienten Sieg gratulierte und ihm viel Erfolg im Finale wünschte.

Ein Glück, dass dieser Schrott bald gepatcht wird!

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